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Jackson Pro Plus Soloist SLA2 RED CRYS

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Jackson Pro Plus Soloist SLA2 RED CRYS
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SI
So nicht, Jackson
Strato Incendus 21.08.2026
Das hier ist die erste Gitarre, die ich fast direkt nach dem Auspacken an Thomann zurückgeschickt hätte. Denn sie hatte all die Verarbeitungs-Probleme, die Gitarrenlehrer Bernd Kiltz vor einiger Zeit in einem an Thomann gerichteten YouTube-Video an einer 300 €-Cort-Gitarre kritisiert hatte - mit dem Unterschied, dass die Jackson hier das Vierfache davon kostet.

Sie kommt zwar ebenfalls aus Indonesien, allerdings laut Seriennummer (beginnend mit "IS") aus der "Samick"-Factory, nicht der Fabrik von Cort. Für den gleichen Preis habe ich vor gut 15 Jahren noch eine Jackson Made in Japan bekommen, und selbst heute bekommt man für den Preis noch andere Modelle, die zumindest in Korea gefertigt wurden.


Konkret fiel Folgendes sofort auf:

1) Der Whammy Bar war zu dick, um in seine Fassung am Floyd Rose 1000 zu passen - ich habe mit anderen Whammy Bars des gleichen Systems herumprobiert und dadurch bestätigen können, dass der Hebel zu dick war, und nicht etwa die Fassung zu eng. Er ließ sich letztendlich einsetzen, aber nur mit extrem viel Handkraft.

2) Der Steg kehrte nach einem Dive trotz fest verschlossenem Klemmsattel nicht in Stimmung zurück. Bei den meisten Floyd Rose-artigen System kann man dies durch einen kurzen Pull Up beheben. Die Jackson war jedoch die erste, wo das nicht verlässlich klappte, sondern nur nach mehrfachem ruckartigen Ziehen am Whammy Bar mit Hoffen auf das Beste.
Schlimmer noch, dadurch ging sie auch beim Bending out of tune, da ein Floating-System sich ja auch beim Bending nach vorne neigt. Das war das erste Mal, dass ich Probleme mit einem Floyd Rose 1000 hatte - ich habe viele andere Gitarren mit dem gleichen Steg.

3) Fret Sprout, d.h. überstehende Bünde am Griffbrettrand, an denen man sich beim Spielen schneiden könnte. Das wurde hier dadurch verschlimmert, dass die Gitarre ein dickes Pack Silica-Gel im Gigbag hatte, das auch noch direkt an den Hals gebunden war (!), getrennt nur vom üblichen dünnen weißen Stofftuch, und dort absolut nichts verloren hat. Das Holz war entsprechend so ausgetrocknet, dass der Fret Sprout von Anfang an vorlag und die Gitarre aus dem Karton kommend trotz guter Saitenlage etc. fast unspielbar war (verbunden mit den oben genannten Stimmproblemen durch den Steg bedingt). Nach ein paar Wochen in meiner Wohnung hat das Holz dann wieder Feuchtigkeit aufgenommen und der Fret Sprout ist zurückgegangen - allerdings war damit bereits klar, dass er im Winter wiederkommen dürfte.


Da Finish und Elektronik jedoch tadellos waren, habe ich mich dann entschieden, lieber den Weg zum Gitarrenbauer / -tech meines Vertrauens auf mich zu nehmen (auch bei Sommerhitze und Bahnchaos), als die Gitarre zurückzuschicken und bloß darauf zu hoffen, dass ein etwaiges Austausch-Instrument besser verarbeitet ist (und nicht stattdessen irgendwelche anderen Probleme hat). Der Gitarrenbauer meldete Folgendes zurück:

1) Den Whammy Bar konnten wir sofort abfeilen, sodass er jetzt bequem in die Fassung passt; das war das geringste Problem.

2) Die Stimm-Instabilität des Steges schien mit den Federn auf der Rückseite zusammenzuhängen, die beim Dive ein metallisches Knacken von sich gaben - wir haben sie daher durch Noiseless Springs ersetzt. Thomann hat also dadurch sogar nochmal an uns verdient.

3) Der Fret Sprout war zwischenzeitlich durch die sommerliche Luftfeuchtigkeit fast vollständig zurückgegangen, aber wir haben die Gitarre vorsorglich winterfest gemacht, indem wir sie in einen Schrank mit Luftbefeuchter gestellt und danach die Bünde abgefeilt haben.
An den Bünden gab es jedoch wohl auch ansonsten noch deutlich mehr zu tun, das war der Großteil der Arbeit. Der Gitarrenbauer sagte, am liebsten hätte er Jackson angerufen und nachgefragt, was sie hier abgeliefert haben.


Jetzt funktioniert sie also, aber es war eben auch die teurere Lösung - im Schnitt 143 €, die nochmal draufkamen. Leider preise ich Nacharbeiten an den Bünden gedanklich mittlerweile ein, wenn ich indonesische Gitarren mit Ebenholz-Griffbrett sehe:
Ebenholz reagiert, soweit ich von verschiedenen Gitarrenbauern gehört habe, deutlich empfindlicher auf Feuchtigkeitsänderungen - die Luftfeuchtigkeit in Indonesien ist eben deutlich höher als hier, und wegen der hohen Produktionsmengen, die dort gefordert sind, nimmt man sich ggf. nicht in allen indonesischen Fabriken immer die Zeit, Ebenholz vor der Verarbeitung ausreichend zu trocknen. Leider gibt es bei vielen Gitarren (insbesondere im Metal-Bereich) heutzutage nur noch diese Kombination, da mehr und mehr Produktion in Indonesien stattfindet, und ich Ebenholz mittlerweile häufiger als Griffbrett-Material sehe als Palisander.

Das Silica Gel-Pack am Hals hat das Problem dann konkret bei dieser Jackson nochmal schlimmer gemacht, weil es mit in die Tasche gepackt wurde - anstatt die Gitarre entweder noch in der Fabrik oder im Versandhaus zu trocknen und dann die Bünde abzufeilen, wie wir es jetzt letzten Endes im Luftentfeuchter-Schrank gemacht haben.

Ich frage mich also, ob das Silica Gel-Pack bereits in der Fabrik ins Gigbag gepackt wurde - und wenn ja, warum das bei Thomann vor dem Versand niemandem aufgefallen ist. Denn wenngleich man die Packs oft in kleinen Größen an die Wände von Gitarrenkartons geklebt findet, haben sie im Gigbag und direkt an der Gitarre nichts verloren.


Also mindestens zwei Sterne Abzug bei der Verarbeitung (einmal für den Steg bzw. die Federn, einmal für die Bünde), und das ist noch sehr nett bewertet. Denn die Bünde waren wie gesagt ein disproportional großer Aufwand in der Nachbearbeitung, und den ursprünglich zu dicken Whammy Bar habe ich jetzt gar nicht mitgerechnet.

Klanglich und von den Features gibt es nichts auszusetzen, das war alles wie erwartet - zum Glück kann man sich ja heutzutage durch YouTube-Demos bei den meisten Gitarren schon im Vorfeld einen Eindruck vom zu erwartenden Klang machen, auch wenn man sie nicht persönlich anspielen kann.
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Leicht, schnell und unglaublich stimmstabil
Mister REJ 15.08.2026
Ich spiele die Jackson Pro Plus Soloist SLA2 in Red Crystal und bin mit der Gitarre ausgesprochen zufrieden. Wie auch bei meiner ESP LTD wurde die Gitarre von Thomann ohne jeglichen Makel geliefert. Vor der Einstellung gab es eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation zwischen Thomann und mir, damit die Gitarrenwerkstatt genau wusste, wie ich die Gitarre einsetzen möchte. Sie wurde anschließend exakt nach meinen Wünschen für Drop B eingestellt und gestimmt. Die Gitarre kam perfekt spielbereit bei mir an. Ein wirklich hervorragender Service von Thomann!

Die Jackson ist außergewöhnlich leicht. Gerade wenn man die Gitarre bei Proben oder live über mehrere Stunden um den Hals trägt, macht sich das sehr positiv bemerkbar. Sie liegt angenehm auf der Schulter und wird auch nach längerer Spielzeit nicht unangenehm schwer.

Besonders gut gefällt mir der satinierte Hals. Er fühlt sich sehr angenehm und glatt an und unterstützt schnelle Bewegungen und insbesondere Slides über den gesamten Hals hervorragend. Die Jumbo-Bünde waren für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem beim Sliden. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, möchte man sie aber kaum noch missen. Sie bieten eine sehr gute Kontrolle und lassen sich hervorragend spielen.

Optisch ist die Jackson ebenfalls ein echter Hingucker. Die rote Metallic-Oberfläche sieht unglaublich gut aus und zusammen mit der schwarzen Hardware bekommt die Gitarre einen sehr aggressiven und hochwertigen Look.

Das Floyd-Rose-Tremolo war für mich anfangs ehrlich gesagt ein Grund, die Gitarre zu hassen. 😄 Die Umstellung auf das Stimmen, Saitenwechseln und die gesamte Handhabung eines Floyd Rose braucht einfach etwas Geduld. Nachdem ich mich damit beschäftigt und gelernt habe, damit umzugehen, habe ich das Tremolo allerdings lieben gelernt. Vor allem die extreme Stimmstabilität ist beeindruckend. Auch bei intensiver Nutzung des Tremolos bleibt die Gitarre erstaunlich zuverlässig in Stimmung.

Die Seymour Duncan Humbucker liefern außerdem einen enormen Druck. Gerade – oder besser gesagt vor allem – in Drop B gefällt mir der Sound ausgesprochen gut. Die Pickups bringen viel Druck und Durchsetzungskraft mit und passen hervorragend zu meinem modernen Metal-Sound. Gleichzeitig bleibt der Klang ausreichend definiert, sodass auch bei tiefen Tunings die einzelnen Töne und Saiten gut zur Geltung kommen.

Insgesamt ist die Jackson für mich eine hervorragende Kombination aus geringem Gewicht, sehr guter Bespielbarkeit, hoher Stimmstabilität und einem extrem druckvollen Sound. Der satinierte Hals und die Jumbo-Bünde machen sie zu einer sehr schnellen Gitarre, und das Floyd Rose bietet nach etwas Eingewöhnung enorme Möglichkeiten.

Eine sehr gute Gitarre, die sich gerade für tiefe Tunings wie Drop B hervorragend eignet. Von mir eine klare Kaufempfehlung – sowohl für den Sound als auch für die Verarbeitung, die Bespielbarkeit und nicht zuletzt den hervorragenden Service von Thomann.
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